Der Adler-Komplex war kein gewöhnlicher Mandatsfall.

(Foto: Rechtsanwalt Raphael Slowik /re.) mit Christoph Twickel im Rahmen des Interviews für die ARD Sendung "Immobilienpoker - die dubiosen Geschäfte eines Wohnungskonzerns")
Und anfänglich auch kein Skandal.
Er war ein Geflecht aus wirtschaftlichen, bilanziellen, regulatorischen und kommunikativen Widersprüchen, das sich nur dann erschließt, wenn man bereit ist, über lange Zeit hinweg an der Struktur zu arbeiten und nicht am Geräusch.
Ich habe den Sachverhalt nicht nur juristisch bewertet.
Ich habe die Mechanismen offengelegt, die hinter den öffentlichen Dokumenten verborgen waren.
Ich habe die Muster sichtbar gemacht, die erklärten, warum in diesem Fall vieles nicht funktionierte, was eigentlich funktionieren müsste.
Und ich habe die Ergebnisse öffentlich erläutert – nicht als Spektakel, sondern weil Mandanten ein Recht darauf haben zu verstehen, was in einem solchen System passiert.
Der Fall zeigt, was ein Rechtsanwalt können muss:
Er muss erkennen, was fehlt.
Er muss verstehen, warum etwas nicht stimmt.
Er muss die Ausdauer besitzen, ein System bis zu seinem Kern zu verfolgen.
Und er muss die Verantwortung tragen, die daraus entsteht.
Anwaltsarbeit ist kein juristisches Rechenverfahren.
Sie ist eine analytische Tätigkeit in einem System, das auf Widerspruch reagiert.
Sie ist das Zusammenspiel aus Strukturverständnis, Verantwortungsbewusstsein und der Fähigkeit, komplexe Sachverhalte so zu ordnen, dass sie einer rechtlichen Prüfung standhalten.
Der Zweck heiligt die Mittel nicht. Juristische Arbeit als Interessenswalter widerspricht einer Normierung, die auf den Erfolg als einzige meßbare und entscheidende Größe abstellt.
Meine Arbeit ist meßbar. Gut.

